Die berufliche Bildung fit für die Zukunft machen - Berufskollegs regional weiterentwickeln

Antrag
der Fraktion der CDU und
der Fraktion der FDP
Die berufliche Bildung fit für die Zukunft machen – Berufskollegs regional
weiterentwickeln
I. Ausgangslage
Nordrhein-Westfalen unterlag in den vergangenen Jahren einem grundlegenden
Strukturwandel. In Verbindung mit der demografischen Entwicklung, den sich verändernden
Anforderungen der Arbeitswelt und tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen stellt
dieser Strukturwandel die Berufskollegs vor immer neue Herausforderungen. Trotz dieser
Problemstellungen haben die nordrhein-westfälischen Berufskollegs in den vergangenen
Jahren die Herausforderungen unter hohem Einsatz stets gemeistert und mit kreativen
Lösungen berufliche Bildung in hoher Qualität sichergestellt. Dabei agieren die Berufskollegs
jedoch immer stärker im Spannungsfeld von ortsnaher Beschulung bei zurückgehenden
Schüler- und Auszubildendenzahlen einerseits und von ausreichender Lehrerversorgung
andererseits. Die Instrumente, die den Berufskollegs zur Verfügung stehen, sind jedoch von
gänzlich anderen Rahmenbedingungen ausgehend entwickelt und eingeführt worden.


Die Rolle der Berufskollegs als erfolgreiche Bildungsakteure und Lernortpartner in der dualen
Ausbildung, mit ihrer Flexibilität bezogen auf Anforderungen an die berufliche Bildung, gilt es
dauerhaft zu stärken und als Standortfaktor im globalen Wettbewerb auszubauen. Um dieser
Rolle nachhaltig gerecht zu werden, benötigen die beruflichen Schulen die notwendigen
Instrumente, um im regionalen Verbund abgestimmt flexibel und individuell auf die regionalen
Anforderungen und Bedingungen reagieren zu können. Im Rahmen des Modellprojekts
„Regionales Berufsbildungszentrum Dortmund“ konnten in Hinblick auf die bestehenden und
zukünftigen Anforderungen an die Berufskollegs bereits erste wertvolle und positive
Erfahrungen gesammelt werden. Vor dem Hintergrund der positiven Erfahrungen des
Regionalen Berufsbildungszentrums Dortmund sollen nun Instrumente für die
Weiterentwicklung der Berufskollegs zu Regionalen Berufsbildungszentren (RBZ) in mehreren
Gebietskörperschaften erprobt werden und bei erfolgreichem Abschluss schrittweise
flächendeckend in Nordrhein-Westfalen übernommen und etabliert werden können.

Ziel ist es, vor Ort ein bedarfsgerechtes, abgestimmtes Bildungsangebot zu entwickeln,
vorzuhalten und durch optimierte Prozesse und effizienten Ressourceneinsatz qualitativ
hochwertig umzusetzen. Die RBZ übernehmen dabei die Aufgabe, einzelschulübergreifend auf aktuelle Entwicklungen und Bedarfe der beruflichen Bildung unter Mitwirkung aller beteiligten Berufskollegs in einer regionalen Bildungslandschaft durch Entwicklung verbesserter Bildungsangebote und Beratungsleistungen zu reagieren und diese entweder in der Einzelschule oder in Kooperation anzubieten. Hierfür ist in einem ersten Schritt der Aufbau eines organisatorischen Rahmens erforderlich, der sowohl die institutionelle Entwicklung wie den Personaleinsatz, aber auch den Finanzrahmen (Sachmittel) regelt.


Aufgrund der regional unterschiedlichen Anforderungen an die Berufskollegs benötigen die beruflichen Schulen die Freiheit, spezifische Lösungen und Bildungsangebote zu erarbeiten und anzubieten. Die erforderliche Flexibilität lässt sich über die Organisationsstruktur der RBZ realisieren, die gleichzeitig ein planvolles und abgestimmtes Vorgehen der einzelnen Schulen sicherstellt. Dazu sollen die RBZ in die Lage versetzt werden, zweckgebundene Mittel für ergänzende Personal- und Sachmittelbedarfe bei Kooperationsprojekten mit regionalen Partnern zu verwenden. Weitere Mittel sollen den Schulen zudem über die Öffnung von Lehrerfortbildungsveranstaltungen zufließen können. Diese können der schulischen Qualitätsentwicklung der RBZ zu Gute kommen.

Mit der Erprobung der RBZ sowohl in ländlichen Gebietskörperschaften wie im Ballungsraum reagiert die NRW-Koalition auf die geänderten Rahmenbedingungen und trägt den Bedürfnissen und Leistungen der Berufskollegs Rechnung.


II. Beschlussfassung


Die Landesregierung wird beauftragt,


1. im Rahmen eines auf mehrere Gebietskörperschaften begrenzten Schulversuches nach § 25 SchulG die Weiterentwicklung der Berufskollegs zu Regionalen Berufsbildungszentren zu erproben und zu prüfen, inwieweit für diese Zielsetzung die vorhandenen Ressourcen effizienter und effektiver bereitgestellt werden können.


2. zu prüfen, ob die im Rahmen dieses Schulversuches erprobten schulrechtlichen Anpassungen, sinnvoll sind, um regional den zukünftigen Anforderungen an eine qualitativ starke berufliche Bildung nach Ablauf des Versuchszeitraums gerecht zu werden.


Bodo Löttgen Christof Rasche
Petra Vogt Henning Höne
Thorsten Schick Martina Hannen
Frank Rock
Peter Preuß
und Fraktion

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