Berufliche Bildung im digitalen Zeitalter sichern – Fachoberschule für Informatik ermöglichen

Berufliche Bildung im digitalen Zeitalter sichern – Fachoberschule für Informatik ermöglichen

 

I. Ausgangslage

Die Anforderungen an die berufliche Ausbildung unterliegen einem ständigen Wandel. Technische und gesellschaftliche Entwicklungen erfordern ein regelmäßiges Überprüfen der bestehenden Bildungsgänge und -angebote sowie deren Inhalte. Vor allem die Auswirkungen der Entwicklungen auf dem Gebiet der Informatik spielen für die aktuellen und zukünftigen Anforderungen auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt eine entscheidende Rolle. Die Unternehmen der IT-Branche und Unternehmen anderer Branchen mit IT-Auszubildenden stellen aufgrund ihrer modernen Ausrichtung und ihrer zukunftsorientierten Produkt- und Dienstleistungsangebote ein starkes Unternehmenssegment am deutschen Arbeitsmarkt dar. Die Unternehmensprozesse werden immer stärker durch die Informationstechnologie weiterentwickelt. Entsprechende Bildungsangebote stehen Jugendlichen mit allgemeiner Hochschulreife oder Fachhochschulreife zur Verfügung. Jugendliche mit einem mittleren Schulabschluss finden jedoch am ersten Ausbildungsmarkt im beruflichen Handlungsfeld Informatik nur selten einen Ausbildungsplatz. Dies ist zum einen dem hohen Anforderungsniveau der IT-Ausbildungen sowie zum anderen der Ausbildungspolitik der Unternehmen geschuldet. Daher findet man in den Schulklassen der dualen Ausbildungsberufe der IT-Berufe in der Regel Schülerinnen und Schüler mit allgemeiner Hochschulreife oder mit Fachhochschulreife. Der Bedarf an Fachkräften im Bereich der Informatik wird jedoch in den kommenden Jahren weiter steigen. Im ersten Arbeitsmarkt besteht bereits heute ein entsprechender Fachkräftemangel. Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, Jugendlichen mit einem mittleren Schulabschluss einen Zugang zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt in der Informationstechnologie zu ermöglichen und die Potenziale der beruflichen Bildung auch in diesem Fachbereich zu heben. Die für 2020 beabsichtigte Neuordnung der dualen IT-Berufe ist ein sehr wichtiger Beitrag zur Sicherung des regionalen Fachkräftenachwuchses, die durch die Option zusätzlicher schulischer IT-Bildungsangebote für Schülerinnen und Schüler mit mittlerem Schulabschluss passend ergänzt wird. Um dieses Ziel zu erreichen, soll Schülerinnen und Schülern mit einem mittleren Schulabschluss die Möglichkeit eröffnet werden, sich im Rahmen einer Fachoberschule Informatik zwei Jahre so für den ersten Ausbildungsmarkt zu qualifizieren, dass die Chance auf einen beruflichen Einstieg deutlich verbessert wird. Mit der gleichzeitigen Erlangung der Fachhochschulreife ist durch diese Qualifikation darüber hinaus ein anschließendes Fachhochschulstudium möglich.

 

II. Beschlussfassung

Die Landesregierung wird beauftragt,


1. das berufliche Handlungsfeld Informatik in die APO-BK aufzunehmen und eine
Fachoberschule Informatik aus bereiten Mitteln zu ermöglichen.


2. eine Stundentafel FOS Informatik, unter besonderer Berücksichtigung der fachlichen
Schwerpunkte Softwareentwicklung- und engineering, Datenbanken sowie
Betriebssystem und Netzwerke, zu erarbeiten.

 

Bodo Löttgen                           Christof Rasche
Matthias Kerkhoff                   Henning Höne
Petra Vogt                                Martina Hannen
Frank Rock                               Franziska Müller-Rech
und Fraktion                            und Fraktion

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